Eines der erfolgreichsten Springpferde aller Zeiten: „Deister“

An das legendäre Springpferd Deister erinnert in der Ortsmitte von Osterbruch ein Denkmal. Foto: Joppien
An das legendäre Springpferd „Deister“ erinnert in der Ortsmitte von Osterbruch
ein Denkmal. Foto: Joppien

„Deister“ ist bis heute eine Ikone des Reitsports. Erst durch dieses Hadler Erfolgspferd wurde Paul Schockemöhle zu dem, was er heute ist. Doch sein Können zeigte der dunkelbraune Wallach nicht sofort, im Gegenteil. Sein Züchter Hermann Hahl aus Osterbruch bei Otterndorf hatte zu Beginn große Mühe mit dem 1971 geborenen Diskant-Sohn: „Am Anfang war er sehr nervig, ließ sich nur schwer auf der Koppel halten und beförderte meinen Sohn bei den ersten Reitversuchen unzählige Male auf den Boden“, soll Hermann Hahl gesagt haben. Weidezäune, so die Legende, hätten das junge Pferd auch nicht davon abgehalten, auf eigene Faust spannende Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Nachbarn hätten das Tier mehrere Male unterwegs aufgegriffen zum Hof Hahl zurückgebracht.

Dennoch waren die Züchter zunächst davon ausgegangen, ein Dressurpferd vor sich zu haben und verkauften es 1974 als solches für 17000 DM bei der Verdener Auktion. „Deister“ aber erwies sich als zu „guckig“ für die Dressur, kam deshalb als Fünfjähriger zu Hartwig Steenken, der ihn als Springpferd ausbildete. Erste Erfolge stellten sich ein, doch Steenken verunglückte kurze Zeit danach tödlich.

200000 DM zahlte Schockemöhle schließlich für das Pferd von der Elbmündung. Doch Schockemöhle musste erst einmal hart arbeiten mit „Deister“: „Mich beeindruckte seine Mentalität, sein Kämpferherz und sein großes Vermögen. Seine Schwierigkeiten wurden freilich von mir unterschätzt. Hätte ich bloß mein Geld wieder, habe ich anfangs oft gedacht. Wäre einer zu mir gekommen um „Deister“ zu kaufen, ich glaube, ich hätte ihn auch mit Verlust weggegeben…“, erinnert er sich auf seiner Homepage über die Anfänge.

Doch all die Mühe sollte sich lohnen: Das Paar wurde Europameister 1981, 1983 und 1985, Mannschafts-Europameister 1981, sowie Deutscher Meister 1980, 1982, 1983, 1986 und 1987.

Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles gehörten sie zur deutschen Bronze-Mannschaft, zwei Jahre zuvor hatten Schockemöhle und „Deister“ Mannschafts-Silber bei der WM geholt.

„Deister“, der im Jahr 2000 im Alter von 29 Jahren starb, zählt damit zu den erfolgreichsten Springpferden der Welt, in seiner Heimat wurde ihm sogar ein Denkmal gesetzt. Und Paul Schockemöhle ist aufgrund seiner Erfolge mit seinem „Deister“ heute einer der meistgefragten Experten des Pferdesports.

Dennoch pflegt er bis heute eine Beziehung zum Land Hadeln und damit zur Geburtsstätte seines Erfolgspferdes: Paul Schockemöhle ist jährlich Schirmherr des Dobrock-Turniers in der Wingst, er unterstützt die Veranstaltung mit Tipps, sowie mit finanzieller Hilfe. Dies ist übrigens die einzige Schirmherrschaft, die Schockemöhle bei einem Reitturnier übernommen hat.

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